Kurze Antwort: Für die Niedervolt-Serie US (US2000C, US3000C, US5000) gibt es unseres Wissens keine Verbraucher-App von Pylontech, die die Batterie direkt ausliest. Die App Ihres Wechselrichters zeigt Ladezustand und Leistung; die Software von Pylontech ist ein PC-Werkzeug für Techniker. Um jede Batterie, jede Zelle, den State of Health und die Alarme auf dem Handy zu sehen, braucht man ein Gerät, das den CONSOLE-Port der Batterie ausliest und die Daten online stellt: Genau das macht PylonCheck.
Warum die App-Stores enttäuschen
Eine Pylontech US ist dafür gebaut, von einem Wechselrichter gesteuert zu werden. Sie spricht über CAN oder RS485 mit ihm, übermittelt die nötigen Grenzwerte (wie viel geladen und entladen werden darf) und einen Gesamt-Ladezustand. Sie hat weder WLAN noch Bluetooth, nichts, womit sich ein Handy verbinden könnte. Was Sie auf dem Handy sehen, läuft immer über ein anderes Gerät.
Deshalb liefert die Suche nach einer „Pylontech-App“ vor allem Wechselrichter-Apps, Installateur-Werkzeuge und Apps anderer Batteriemarken.
Die vier echten Möglichkeiten
1. Die App Ihres Wechselrichters
Victron, SMA, Goodwe, Growatt, Deye, Sunsynk und andere haben alle eine App oder ein Webportal. Kostenlos, überall verfügbar und der erste Anlaufpunkt. Was sie meist zeigt: Gesamt-Ladezustand, Batterieleistung, manchmal Spannung und Temperatur. Was sie meist nicht zeigt: jede Batterie des Stapels einzeln, die Spannung jeder Zelle, die Streuung zwischen den Zellen, den State of Health, die Zyklenzahl, die eigenen Alarme und Schutzmeldungen des BMS.
2. Die PC-Software von Pylontech
Pylontech stellt eine Windows-Software (oft BatteryView genannt) für Diagnose und Firmware bereit. Sie wird mit einem Konsolenkabel an die Batterie angeschlossen, braucht einen Laptop neben der Batterie und richtet sich an Installateure. Sehr nützlich für eine einmalige Prüfung, nicht für die tägliche Überwachung und nicht auf dem Handy.
3. Selbstbau: ein kleiner Rechner und Open-Source-Software
Ein Raspberry Pi oder Ähnliches, ein USB-Seriell-Adapter am CONSOLE-Port und Community-Software können die Batterie auslesen und in Home Assistant veröffentlichen. Das funktioniert und ist flexibel, kostet aber Zeit, braucht das richtige Kabel und Pflege der ganzen Kette.
4. Eine eigene Box mit Cloud-Dashboard
Eine kleine Box wird am CONSOLE-Port der Master-Batterie angeschlossen, liest das BMS aus und schickt die Daten an ein Cloud-Dashboard, das Sie auf jedem Handy öffnen. Das ist PylonCheck: jede Batterie des Stapels, jede Zelle, State of Health, Zyklen, Temperaturen und Schutzmeldungen, live alle zwei Minuten und mit drei Jahren Verlauf. Sie liest nur und berührt die Wechselrichterverbindung nicht.
Im Vergleich
| Auf dem Handy | Jede Batterie & Zellen | SOH, Zyklen, Alarme | Aufwand | |
|---|---|---|---|---|
| Wechselrichter-App | Ja | Selten | Selten | Keiner |
| Pylontech-PC-Software | Nein | Ja | Ja | Laptop + Kabel jedes Mal |
| Selbstbau (Raspberry Pi) | Über Home Assistant | Ja | Je nach Software | Hoch |
| PylonCheck | Ja, jeder Browser | Ja | Ja | Einstecken, WLAN verbinden |
Worauf Sie danach achten sollten
- Zellstreuung (Differenz zwischen höchster und niedrigster Zelle): ein paar Millivolt sind normal; eine Streuung, die über Wochen wächst, verdient Aufmerksamkeit. Unser Ratgeber zum Zellungleichgewicht nennt die Schwellen.
- State of Health je Batterie: Er sollte über die Jahre langsam sinken und bei gleich alten Modulen ähnlich bleiben.
- Temperaturen: Ein Modul, das dauerhaft wärmer ist als die anderen, deutet oft auf Verkabelung oder Belüftung hin.
- Schutzmeldungen: Das BMS speichert, warum es Laden oder Entladen begrenzt oder abgeschaltet hat. Der Wechselrichter zeigt meist nur die Folge.
Die vollständige Liste finden Sie im 10-Punkte-Check für Pylontech-Batterien.