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Diagnose

Pylontech-Zellungleichgewicht: warum Zellen driften und wie man sie zurückholt

Eine wachsende Lücke zwischen höchster und niedrigster Zelle ist das, was die Pylontech-Diagnose am häufigsten zeigt. Es klingt beunruhigend; meist ist die Ursache einfach — und die Lösung auch.

6 Min. Lesezeit · 26. September 2026 · Vom PylonCheck-Team

Was „Ungleichgewicht“ bedeutet

Ein 48-V-Pylontech-Modul besteht aus 15 LFP-Zellen in Reihe. Sie sollten fast dieselbe Spannung haben. Die Zellspreizung — höchste minus niedrigste Zelle, in Millivolt — misst, wie weit sie auseinanderliegen. In Ruhe sind wenige mV bis etwa 30 mV normal.

Warum Zellen auseinanderdriften

Keine zwei Zellen sind völlig gleich: Kleine Unterschiede bei Kapazität und Selbstentladung lassen sie langsam driften. Das BMS gleicht das durch Balancing aus — es entlädt die höchsten Zellen sanft —, aber nur oben in der Ladekurve, nahe 100 %.

Eine typische Solaranlage pendelt etwa zwischen 30 % und 80 % und erreicht manchmal wochenlang keine 100 %, besonders im Winter oder bei vorsichtiger Ladeeinstellung. Keine Vollladung, kein Ausgleichsfenster — die Zellen driften weiter. Das ist in den meisten Fällen die Ursache.

Richtig messen

  • Spreizung in Ruhe oder bei geringem Strom lesen; unter hohem Strom wird sie natürlich größer.
  • Den Trend über Wochen betrachten, nicht einen Einzelwert.
  • Mit dem eigenen Verlauf des Packs vergleichen: Ein Pack, das immer bei 15 mV lag und jetzt 60 mV zeigt, sagt mehr als eine feste Schwelle.

PylonCheck macht genau das in der Cloud: Es vergleicht die aktuelle Spreizung mit dem Normalwert Ihres Packs im Vormonat und schreibt Ihnen, wenn sie wächst — mit der Angabe, wie lange die letzte Vollladung her ist.

Die übliche Lösung

  1. Batterie regelmäßig 100 % erreichen lassen — alle ein bis zwei Wochen. Im Wechselrichter Ladespannung und eine eventuelle „Max-SOC“-Grenze prüfen.
  2. Zeit oben lassen. Balancing ist langsam; ein Stack, der eine Minute 100 % berührt und sofort entlädt, gleicht kaum aus.
  3. Den Trend beobachten. Nach einigen Vollladungen sollte sich die Spreizung wieder einpendeln.

Folgen Sie für die Ladeeinstellungen stets der Pylontech-Dokumentation und Ihrem Installateur.

Wenn es nicht nur am Ausgleich liegt

Bleibt die Spreizung trotz regelmäßiger Vollladungen hoch, betrifft sie immer dasselbe Modul, oder zeigt dieses Modul auch einen niedrigeren SOH oder eine höhere Temperatur, sprechen Sie mit Ihrem Installateur — mit dem Verlauf in der Hand. Genau dafür gibt es den CSV-Export.

Was man lassen sollte

Erzwingen Sie keinen Ausgleich und ändern Sie keine BMS-Parameter aus der Ferne, ohne genau zu wissen, was Sie tun. PylonCheck ist bewusst nur lesend: Es erklärt das Ungleichgewicht und überlässt die Korrektur der richtigen Stelle.

Fragen

Welche Zellspreizung ist bei einer Pylontech zu viel?

Ein stetiger Anstieg über Wochen oder eine Spreizung dauerhaft über etwa 100 mV in Ruhe verdient Aufmerksamkeit. Der Trend zählt mehr als ein Einzelwert.

Gleicht Pylontech die Zellen automatisch aus?

Ja, das BMS gleicht nahe der Vollladung aus. Dafür muss die Batterie regelmäßig 100 % erreichen.

Kann PylonCheck ein Ungleichgewicht beheben?

Es diagnostiziert es und erklärt die Ursache. Die Lösung ist meist eine Ladeeinstellung am Wechselrichter; PylonCheck schreibt nie ins BMS.

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